3 DIY Natur-Kosmetikrezepte – Zero Waste

In den Ozeanen, an Land und sogar in menschlichen und tierischen Körpern häuft sich immer mehr Plastik an. Plastik hat viele Vorteile. Doch so wie es derzeit verwendet wird, stellt es die Natur und somit auch uns Menschen vor immer größere Herausforderungen. Um sich von Plastik zu distanzieren leben deshalb immer mehr Menschen „Zero Waste“. Julia Schinko ist eine davon und zeigt auf ihrem Blog „liebernachhaltig“ was das für sie bedeutet und wie sie es schafft weniger Müll zu produzieren. Außerdem hat sie mir noch 3 einfache Kosmetikrezepte weitergegeben, mit denen auch du im Bad Plastik reduzieren kannst. Welche das sind liest du jetzt:

Action Leadership

Beim letzten Action Leadership Training war Julia Schinko zu Besuch und hat uns in ihre Welt der Nachhaltigkeit mitgenommen. Was genau das Action Leadership Training von Generation Earth und dem WWF ist, kannst du hier nachlesen. Kurz gesagt gibt es, bei den insgesamt 5 Wochenenden immer tolle Workshops, die wir uns als TeilnehmerInnen auch noch selbst aussuchen dürfen. Um mehr über Zero Waste und Naturkosmetik zu erfahren, haben wir deshalb Julia eingeladen einen Workshop zu halten.

Foto: Jakob Mohl

Zuerst aber ein kleiner Einblick, warum wir Plastik in unserem Leben reduzieren sollten:

Lieber ohne Plastik! Aber wie?

„Zero Waste“ beginnt mit einer Entscheidung, bei der du bewussten Konsum anstatt die Vermüllung der Erde wählst. Wenn man erst einmal verstanden hat welche Konsequenzen die Plastikflut mit sich bringt, ist der erste Schritt  getan. Danach spielt nachhaltiges Denken auch für „Zero Waste“ eine große Rolle.

Mit Fragen wie: Wo kommt das her, Wie wird es produziert, Wer hat es produziert und unter welchen Umständen, Was brauch ich wirklich, gehst du deinem eigenen Einkaufsverhalten auf den Grund.

Hast du die Plastik-Quellen entdeckt, ist es heutzutage gar nicht mehr so schwierig Plastik im Alltag zu reduzieren. Sobald du begonnen hast bewusst hinzuschauen, wie du Lebensmittel oder andere Produkte kaufst, kannst du alte Muster mit Übung durch neue ersetzen.

Denn mittlerweile gibt es zahlreiche Rezepte und Vorreiterinnen der Bewegung, wie Lauren Singer und Bea Johnson. Sie zeigen wie es funktionieren kann. Ein unerlässlicher Bestandteil ist aber die Vorbereitung. Denn egal ob es der wiederverwendbare Kaffee-Becher oder ein Stoff-Sackerl zum Einkaufen ist, irgendjemand muss daran denken es einzupacken.

Wenn du bereit bist deinen eigenen Lebensstil Stück für Stück zu verändern, kannst du dich an die „Zero Waste Prinzipien“ halten:

Zero Waste Pyramide

Der „Zero Waste“ Weg

All das muss auch nicht von Heute auf Morgen funktionieren. Bei mir tut es das zumindest nicht. Denn es ist ein Prozess. Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt und du entscheidest was möglich ist. Außerdem bedeutet „Zero Waste“ zwar wörtlich übersetzt „0 Müll“, doch bezieht der Begriff eher darauf, die eigens verursachten Müllberge zu reduzieren.

Politik und Wirtschaft sind gefragt

Neben uns KonsumentInnen die eigenverantwortlich handeln, sind aber vor allem Politik und Wirtschaft gefragt etwas zu ändern. Einige Länder zeigen, dass es möglich ist die politischen Rahmenbedingungen für weniger Plastik zu setzen. Länder wie Bangladesh und Ruanda haben als eine der ersten Plastiksackerl verboten. Spät aber doch, wird ab 2020 auch in Österreich ein Plastiksackerl-Verbot umgesetzt.

Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland 115 Plastisackerl pro Kopf und Jahr verwendet. Auch die EU hat sich 2018 für mehr Einsatz im Kampf gegen das Plastikproblem entschieden. Ab 2021 sollen somit folgende Gegenstände verboten werden: Plastikbesteck, Plastikgeschirr, Plastikstrohhalme, Styropor Verpackungen, und Wattestäbchen aus Plastik. Zugegeben das ist noch nicht genug. Doch zumindest ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Denn zum Problem wird vor allem Einwegplastik. Denn wie der Name schon sagt, wird es einmal verwendet und dann meist weggeworfen. Für die Produktion von Plastik, einem Stoff hergestellt aus Erdöl, wird nicht nur die CO2 Bilanz in die Höhe getrieben, sondern auch Ressourcen im großen Stil verschwendet.

26 Millionen Tonnen Plastikmüll entstehen nach Angaben der EU-Kommission jedes Jahr. Davon werden 30 Prozent recycelt und 70 Prozent landen auf Deponien, in Verbrennungsanlagen und vor allem in der Umwelt.

 

Mikroplastik in der Kosmetik

Plastik ist also überall. Auch Mikroplastik stellt uns neben dem Einweg-Plastik vor große Probleme. Probleme die bis zu 400 Jahre brauchen, bis sie beseitigt sind. Denn Plastik braucht ca. so lange bis es sich zersetzt hat.

Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr begreife ich, dass Nachhaltigkeit  und auch „Zero Waste“ sehr viel mit Achtsamkeit zu tun hat. Achte beim Einkauf auf regionale und saisonale Produkte. Nimm Möglichkeiten wahr, Sachen wieder zu verwenden und multifunktional einzusetzen. Beispiele dafür zeige ich dir jetzt:

Minzölauszug:

Zutaten:

  • 1000 ml neutrales Öl (Sonnenblumenöl)
  • Eine Hand voll Minze

Zubereitung:

Die Minze zerkleinern, befeuchten und zusammen mit dem Öl in einen Topf geben und mit dem Pürierst mixen. Einmal aufkochen lassen, danach mit reduzierter Temperatur ca. 15 Minuten ziehen lassen. Anschließend das Öl durch ein Feinfiltersieb abgießen.

Tipp: vor dem Kochen die Minze gut anfeuchten
Foto: Jakob Mohl

Lippenpflege:

Zutaten:

  • 100g Minzölauszug
  • 20 g Bienenwachs

Zubereitung:

Das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen lassen und mit dem Öl verrühren. Anschließend in die Behälter zum abkühlen.

Deo-Creme (20 Gläser 30 ml)

Zutaten:

  • 250g Natron
  • 500 ml Minzölauszug
  • 50 g Bienenwachs

Zubereitung:

Das Bienenwachs im Öl schmelzen lassen. Dann zur Seite stellen und abkühlen lassen. Ist die Masse abgekühlt, rührt man Natron dazu. Anschließend in Gläser füllen.

Foto: Jakob Mohl

Zahnpulver

Zutaten:

  • 2-3 TL Natron
  • 1-2 TL Brikenzucker (gemahlen)
  • 5-10 Tropfen ätherisches Minzöl

Um zu überprüfen ob dein Kosmetik oder Hygiene Produkt Mikroplastik kannst du die App Codecheck verwenden.

Hier findest du:

  • ein weiteres Interview mit Elena zu Zero Waste
    Quellen:
  • https://www.instagram.com/liebernachhaltig/

 

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