4 Kosten(un)wahrheiten die den Planeten verändern

  Der Preis spielt bei Kaufentscheidungen meist eine große Rolle. Je niedriger desto besser. Was aber, wenn für ein Produkt oder eine Dienstleistung, nicht die wahren Kosten berechnet wurden, sondern wir schon seit langem mit Koste(un)wahrheiten leben? Mehr dazu und ein paar Hintergründe aus der Umweltpolitik und Ökonomie, liest du hier.

Bevor ich dir ein paar Beispiele für Kosten(un)wahrheiten aufzähle, muss ich dir noch von ein Grundlagen der Umweltpolitik erzählen-

Das Verursacherprinzip

In Europa gilt: Wer ein Umweltproblem verursacht, muss dieses auch wieder beheben oder kompensieren.

Theoretisch klingt das ganz gut. Praktisch läuft es aber nicht ganz so, und das hat gleich mehrere Gründe:

  • Es gibt keinen eindeutiger Verursacher/In
  • Wirtschaftliche Interessen stehen über jenen der Allgemeinheit
  • Der Schaden ist nicht, oder schwer in Geld messbar

Anhand von 4 Beispielen, wirst du sehen, dass das Verursacherprinzip vor allem in Umweltangelegenheiten, umgangen wird, und eigentlich wir als Konsumenten, sogenannte externe Kosten begleichen.

Was sind Externe Kosten?

Damit ein Produkt verkauft werden kann, wird ein Preis errechnet, der interne Kosten abdeckt, wie zum Beispiel Herstellungskosten, aber auch externe Kosten, wie Umweltschäden.

Oft ist es so, dass Unternehmen in Herstellungsprozesse investieren, die dem Budget schmeicheln, der Umwelt oder der Menschheit aber schaden.

Externe Kosten sind also jene, die nicht das Unternehmen übernimmt. Sondern zusätzlich zum Preis, übernehmen diese Kosten die Konsumenten und Steuerzahler, auch jene die absichtlich nicht in umweltschädliche Prozesse investieren wollen.

Denn, wenn wir diese umweltschädlichen Unternehmen mit unserer Kaufkraft unterstützen und ihre Produkte kaufen, belohnen wir den Verursacher dafür, dass er mit seinen Produktionsmethoden, uns allen Kosten aufbindet, die nie auf dem Preisschild zu sehen waren.

Der Klimawandel: eine Folge von Kosten(un)wahrheiten

Wer hat den Klimawandel verursacht? Mit dem Finger zu zeigen, ist einfach, ihn aber in die eigene Richtung zu drehen und Taten zu hinterfragen, nicht ganz so angenehm.

Der Klimawandel ist nicht von gestern auf heute in unser Leben getreten. Generationen vor uns haben zum Beispiel durch die Verbrennung von Kohle Treibhausgase wie CO2 ausgestoßen. Diese Gase sammeln sich in der Atmosphäre und heben die Temperatur, beeinflussen das Klima und sind Ursache für viele menschliche Sorgen, wie unsere Gesundheit oder Wetterxtreme.

Auch wir, du und ich, tragen mit Reisen, unserer Ernährung, dem Transportmittel das wir wählen, zu dieser Entwicklung bei. Doch zahlen wir dafür? Nein, zumindest noch nicht.

Beim Klimawandel zahlen, wie du siehst, nicht die Verursacher. Das wären Unternehmen, aber auch Konsumenten, die zum Beispiel Erdöl intensive Produkte wie Plastik, produzieren oder kaufen.

Stattdessen trifft der Klimawandel schon jetzt oft Menschen, die diese Art zu wirtschaften nicht unbedingt unterstützen oder sowieso schon wenig Ressourcen zum Leben haben. Auch Tiere wie Eisbären, die das Eis nicht mehr zum Jagen verwenden können und immer mehr Lebensraum verlieren, bezahlen mit ihrem Leben.

Der Preis für Fleisch…eine Kosten(un)wahrheit

Angebot: 2 Euro für 1 kg saftiges Fleisch, beim Supermarkt deiner Wahl. Wenn du gerne Fleisch isst, dann klingt dieser Preis wie ein Schnäppchen. In Wahrheit müsste in den Preis das Leid der Tiere, alle Folgen der Abholzung des Regenwaldes, Treibhausgase durch den Transport, Energie- und Wasserkosten, und die Folgen für die Gesundheit miteinberechnet werden. Geht sich das für 2 Euro aus? Nein!

Damit Fleisch so billig verkauft werden kann, leidet nicht nur die Qualität darunter, sondern es muss auch subventioniert werden.

Subventionen… sind Gelder, die von Staaten oder deren Gemeinschaften an Unternehmen bezahlt werden, um die Wirtschaft zu fördern und den Preis für den einzelnen Konsumenten zu senken. Das Geld dafür kommt aus einem großen Steuertopf, den jeder Steuerzahler mitfinanziert.

Hinzu kommt, dass Grundnahrungsmittel auch niedriger besteuert werden, und in dieses Klasse fällt auch Fleisch, zumindest noch. Ob wir uns leisten können, dieses Nahrungsmittel weiterhin so billig anzubieten, während die Bevölkerung wächst und die Umwelt darunter leidet, wird uns die Natur noch zeigen. Denn die externen Kosten, die durch Fleisch entstehen sind immens und betreffen zahlreiche Bereiche.

Der Preis für einen Flug…eine Kosten(un)wahrheit

Wie kann es sein, dass Fliegen so billig wurde? Seit Jahren wird der Flugverkehr durch Steuern subventioniert, wodurch der Preis für den Einzelnen gesunken ist.

Verstehe mich nicht falsch, ich liebe es zu Reisen, und bin auch froh wenn ich möglichst wenig Geld dafür ausgeben muss. Oft habe ich aber auch ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß welche Konsequenzen dieser Konsum hat. Alle Folgen von Flugreisen findest du in diesem Artikel.

Für die Allgemeinheit, also alle Menschen, Tiere und die Umwelt wäre es doch schlauer in Forschung zu investieren, die das Fliegen ermöglicht, ohne die Umwelt zu zerstören? Oder, Zugfahrten, die einen geringeren CO2 Abdruck hinterlassen, bei voller Besetzung.

Zusätzlich würde der Preis auch eine Lenkungswirkung einnehmen, wodurch wir kurze Strecken auch mit dem Zug zurücklegen würden, während wir alle Kosten bewusst im Moment übernehmen.

Der Preis für fast Fashion…eine Kosten(un)wahrheit

Was fast Fashion ist, liest du Hier.

Damit ich ein T-Shirt um 5 Euro kaufen konnte, musste ich nicht viel tun. Das Fast-Fashion Unternehmen aber, hat das Ziel möglichst günstig Kleidung zu produzieren, damit Menschen mehr und öfter einkaufen.

Dafür muss in der Wertschöpfungskette an bestimmten Punkten eingespart werden. Die externen Kosten tragen dann zum Beispiel die Arbeitskräfte in Billiglohnländern, wo sie unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen, für wenig Geld, lange Arbeiten. Oder, giftigen Chemikalien, die Flüsse verschmutzen, welche dann wieder mit hohem finanziellem Aufwand gereinigt werden müssen, um Wasser trinkbar zu machen.

Der Preis für Plastik…eine Kosten(un)wahrheit

Jahrelang haben wir Plastik auf den Boden geworfen, nicht darauf geachtet und heute sind Meere und Land voll gepflastert mit dem Verpackungsmaterial, das aus Erdöl gewonnen wird.

Mehr zur Plastikverschmutzung findest du  Hier.

Externe Kosten sind hier zum Beispiel, die Forschungsreisen und Teams die das ganze Plastik wieder aus dem Meer holen, oder der Verlust an Plankton wodurch ein wichtiger und essentieller Nahrungsbaustein verloren geht, mit zahlreichen Folgen.

Wie kann man externe Kosten internaliesieren?

Um Probleme zu lösen die über den Tellerrand des Individuums hinausgehen, gibt es Politiker, die mit globalen oder nationalen Herausforderungen manchmal besser und dann wieder schlechter umgehen.

Sie haben bestimmte Instrumente wie CO2-Steuern, Zertifikate, eine Pigou Steuer, Auflagen und Verbote, die den Preis eines Produkts beeinflussen, um eine Lenkungswirkung zu erreichen, und zum Beispiel den Konsum von umweltschädlichen Produkten einschränken.

Für mehr Preiswahrheit, sollten externe Kosten von Beginn an im Preis von Gütern und Dienstleistungen berücksichtigt werden. Das kann helfen Emissionen und Katastrophen zu vermeiden, pder Arbeitsplätze zu schaffen, ohne später drauf zahlen zu müssen.

 

Schweden und die Schweiz haben schon so etwas wie eine CO2 Steuer eingeführt, wobei das Bruttoinlandsprodukt gestiegen, und die CO2 Emissionen zurückgegangen sind. Dafür braucht es aber eine Menge an Umweltbewusstsein der Bevölkerung.

Nur dann lohnt es sich nämlich, andere Steuern wie auf die Arbeit zu senken oder höhere Sozialleistungen einzuführen. Denn der Staat belohnt dann jene, die klimafreundlich handeln, und das könnte durch eine CO2 Steuer finanziert werden.

 

In Zukunft ist wichtig Verhandlungen über die Staatsgrenzen hinaus zu führen und sich an Verträge zu halten, ohne gleich wieder auszusteigen. Denn Umweltprobleme sind global und jedes Land dieser Welt leistet seinen Beitrag.

 

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