das Leben am Lebensgut Miteinander

Vor kurzem durfte ich mit Generation Earth und dem WWF ein paar Tage am Lebensgut Miteinander verbringen. Zwischen Eseln,  in der Natur und  einer produktiven Umgebung lässt es sich leichter leben und arbeiten. Was ich bei meinem Aufenthalt kennenlernen durfte, und warum mich das so begeistert hat, liest du hier.

In einem alten Kloster in Niederösterreich leben 16 Erwachsene und drei Kinder, 4 Esel, Katzen, Gänse, Bienen… Egal ob jung, alt oder dazwischen, am Lebensgut Miteinander wohnt man nicht nur nebeneinander sondern lebt auch miteinander. In dem großen alten Kloster, umgeben von Natur hat jede Person ihren Platz. Um sich zurückzuziehen, oder in Gemeinschaft, zum Beispiel am Lagerfeuer, gemütlich den Abend ausklingen zu lassen.

Das Kloster in das nun der Verein „Lebensgut Miteinander“ eingezogen ist, gibt es schon lange. Schon im Jahre 1930 lebten hier die Schwestern vom heiligen Kinderjesu, und betreuten ein die Kinder des Kinderheims. Auch nach dem 2. Weltkrieg gab es das Kinderheim noch und zusätzlich wurde eine Landwirtschaft auf dem Grund begründet. Dann musste das Kinderheim jedoch aufgelöst werden und im Jahr 2014 wurde das Kloster mit dem Grundstück an die zwei Gründerpaare, des Lebensgut Miteinanders übergeben.

Soziokratie

16 Menschen haben 16 verschiedene Arten zu denken. Doch wenn man friedlich miteinander leben möchte, helfen Strukturen wie die Soziokratie. Sie hat Einfluss darauf wie Entscheidungen getroffen werden, welche neuen Mitglieder einziehen oder wie miteinander kommuniziert oder gearbeitet wird. Dabei hat jede Person ihren eigenen Kreis und eine eigene Rolle, und darf selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Angelegenheiten die alle betreffen werden im gewählten Leitungskreis besprochen und jedes Monat gibt es ein Plenum.

Eine Solidarische Landwirtschaft

Die erste super Sache ist: Am Lebensgut Miteinander mangelt es nicht an Fläche. Deswegen wurde das Land teilweise in Ackerfläche umgewidmet und heute können sich nicht nur die Bewohner, sondern auch Aussenstehende von den Erträgen ernähren. Bei einer solidarischen Landwirtschaft, tragen nämlich mehrere Haushalte die Kosten, für die Erhaltung der Landwirtschaf und um die Produktion zu sichern. Dafür bekommen sie regelmäßig Ernteanteile.

Denn natürlich erfordert all das auch Arbeit, und zwei Mitglieder des Lebensgut Miteinander haben diese Aufgabe gern übernommen. Das gemeinschaftliche Gärtnern war ein Grund warum sie überhaupt am Lebengut Miteinander wohnen.

Das tun sie auf kreative Art und Weise, was zum Beispiel die Auswahl des Gemüses betrifft, mit dem Fokus auf Qualität. Hier bedeutet das: Bio Anbau, im Sinne der Permakultur.

„Permakultur ist das Schaffen von kleinen Paradiesen hier auf der Erde.“

Bill Mollison

Bill Mollison hat 1981 den Begriff Permakultur begründet. Er stammt von den Wortstämmen permanent and agriculture, und bedeutet dauerhafte Landwirtschaft.

Mit den natürlichen Kreisläufen der Natur und naturnaher Pflege, wird versucht ein stabiles ökologisches System zu schaffen. Dadurch wird nicht nur die Umwelt geschont, Ressourcen besser genutzt, sondern auch die landwirtschaftliche Produktivität positiv beeinflusst. Vielfalt ist hier ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, um ökologisch, okönomisch und sozial nachhaltig zu wirtschaften.

Die soziale Komponente spiegelt sich vor allem darin wieder, dass die Unterstützer die Bio-Gärtnerinnen kennen. Der Verkauf ist nämlich regional und dadurch wissen die UnterstützerInnen  genau was auf den Teller kommt. Außerdem wird auch an die Betreiber der solidarischen Landwirtschaft gedacht. Durch die regelmäßigen Beiträge, können sie nicht nur die Landwirtschaft erhalten, sondern werden auch für ihre Arbeit entlohnt. Davon haben also alle etwas.

Der Kräutergarten und Pflanzner Naturkosmetik

Als ich zu Gast am Lebensgut Miteinander war, durfte ich die Besitzer von Pflanzner Naturkosmetik ein bisschen kennen lernen, und mir anschauen wie die Kräuter in wertvolle Produkte umgewandelt wurden.

Hinter dem Unternehmen stehen zwei Vorarlberger, die mir mit Scham und Schmäh mehr über die einzelnen Tees, Seifen, Schnäpse und allen anderen Kräuter-Produkten erzählt haben. Schon beim zuhören merkte ich, dass hier ein Fokus auf Werte und Qualität gelegt wird. Dann, durfte ich mich aber auch mit allen Sinnen, beim Einpacken des Tees, davon überzeugen.

pixabay

Ein Grundsatz von dem Betrieb ist die Nachvollziehbarkeit von der Pflanze bis zum Tiegel. Der Anbau, die Produktion, die Verpackung und jeder weitere Schritt bis zur Produktvollendung, wird selbst in die Hand genommen. Weitere Werte sind zum Beispiel: Bio Qualität, die Heilpflanzenwirkung, natürliche Inhaltsstoffe und Transparenz.


Ein Haus und viele Bewohner

Beeindruckt hat mich vor allem, wie sehr sich die Menschen hier verwirklichen können und wieviel Positives daraus entsteht. Nicht nur die Betriebe die am Lebensgut Miteinander gegründet wurden, sondern auch die Gemeinschaft. Denn verschiedene Generationen, wohnen und leben hier miteinander. Es schien, als könne jede Person ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten ausleben und umsetzen.

Weitere Projekte

Auch Kinder von der Umgebung sind in der naturnahen Kindertagesstätte Willkommen. Im hauseigenen Kindergarten lernen die Kinder miteinander und in der Natur. In Zukunft sollen auch ältere Menschen hier betreut werden. Sollte mal ärztliche Hilfe benötigt werden, ist der Weg nicht weit. Denn innerhalb des Lebensgut Miteinanders, haben sich 3 Ärzte zusammen getan, die dort ihre interdisziplinäre und therapeutische Praxis gemeinsam führen.

Zwei Asyslwerber aus Afghanistan sind ebenfalls hier eingezogen und im Gegenzug helfen sie bei Arbeiten die anfallen, wie zum Beispiel bei der Ernte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, hier wird nicht nur auf den eigenen Vorteil, sondern an alle gedacht.

Die Zukunft ist noch nicht festgeschrieben, aber es gibt noch viel Ausbaupotential.  Neue Mitglieder werden aufgenommen und Projekte wie z.B. eine Schule,  sollen umgesetzt werden.

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