H&M – und die Verantwortung von Modekonzernen

„H&M verbrennt Kleidung in Dänemark“. Diese Schlagzeile füllte die Nachrichten und  nahm in der vergangenen Woche sehr viel Raum in der weltweiten Berichterstattung ein.

Nun sind viele Menschen empört, enttäuscht und verärgert.

Das Modeunternehmen erregte in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit durch Nachhaltigkeitsstrategien. War das alles nur eine Methode um ein Image rein zu waschen? Die Vorwürfe rund um Greenwashing wurden in der letzten Woche wieder präsent, doch was ist das eigentlich?

ein kleiner Überblick:

Ein dänischer TV Sender soll im Rahmen des Magazins Operation x herausgefunden haben, wie LKW Ladungen mit Kleidung vom schwedischen Modekonzern in eine Verbrennungsanlage gefahren wurden.

Diese soll sich in der dänischen Stadt Roskilde befinden und seit 2013 wurden dort angeblich jährlich 12 Tonnen neuer Kleidung verbrannt. Manche sogar mit Preisschild.

Die Reaktion von Hennes und Mauritz:

Anfangs leugnete das Unternehmen überhaupt Kleidung verbrannt zu haben. Dann gaben sie zu, dass Kleidung in dieser Verbrennungsanlage vernichtet wurde. Doch nur wenn diese gesundheitsschädlich für die Konsumenten sein könnten. Zum Beispiel wenn sich durch Wassserschäden Schimmel bildet oder ein bestimmter Chemikalienwert übrsschritten wurde.

Was an der Sache wirklich dran ist, wird sich hoffentlich zeigen. Nicht nur H&M steht unter Verdacht auch Marken wie Jack and Jones und Vero Moda sollen Kleidung in der dänischen Verbrennungsanlage vernichtet haben.

Vorwurf Greenwashing

Umweltschutz wird in den kommenden Jahren immer wichtiger. Das haben auch große Unternehmen wie H & M erkannt. Deshalb wurden in der Vergangeheit viele Versprechen rund um den Umweltschutz  gemacht, und nach und nach an einem nachhaltigerem, grünen Image gearbeitet.

  • Greenwashing heißt, dass Unternehmen mehr Geld dafür ausgeben eine möglichst umweltbewusste Unternehmensstrategie vorzutäuschen als sie  tatsächlich umzusetzen.

Jedes Jahr veröffentlicht der schwedische Konzern einen Nachhaltigkeitsbericht. Hier erklärt man wie eine umweltfreundlichere und menschengerechte Produktion zu Stande gebracht werden soll.

Die H&M recycle week, in welcher du gebrauchte Kleidung recyceln kannst und dafür einen Gutschein bekommst,  und eine eigene Kollektion bei der umweltfreundliche Produktion im Vordergrund steht, sind Beispiele für die Initiative die H&M in diesem Bereich gezeigt hat.

Doch Kleidung zu verbrennen scheint nicht besonders nachhaltig zu sein.

Denn für jeden Produktionsprozess werden viel Energie, Wasser aber auch Chemikalien verbraucht. Das hinterlässt Spuren. Nicht nur bei der Umwelt.

Transparenz eine Vorraussetzung für bewussten Konsum

Viele Menschen sind jetzt enttäuscht. Denn in letzter Zeit hat sich die Bereitschaft bewusster zu konsumieren gesteigert. Grundsätzlich haben wir mit unserer Kaufkraft eine Möglichkeit umweltfreundlichere Produktion zu begünstigen. Doch wenn uns Unternehmen täuschen und falsche Versprechungen machen, wird uns dieses Instrument aus der Hand gerissen.

Deshalb ist Transparenz und die Nachvollziehbarkeit unabdinglich wenn es darum geht den Konsum „grüner“ zu machen.

Die Verantwortung von Modekonzernen

Vor allem große Konzerne wie H&M hätten die Möglichkeit eine andere Richtung einzuschlagen und als Vorbild zu wirken. Denn andere Unternehmen werden sich daran ein Beispiel nehmen und versuchen auf diesen Zug aufzuspringen.

Ganz besonders die Modeindustrie hat eine große Verantwortung der Umwelt und den Menschen gegenüber. Fast Fashion ist möglich weil billige Produktionsmethoden verwendet werden, weil Unternehmen Steuern hinterziehen weil Arbeiter nicht fair bezahlt werden, weil gifige Chemikalien verwendet werden und so weiter.

 

Sollten diese Informationen wirklich der Wahrheit entsprechen, dann wäre einmal mehr bewiesen wie ein Unternehmen versucht sich grüner darzustellen als es ist und somit Greenwashing betreibt.

Denn eines ist klar: Die Tonnen an Kleidung könnten nicht nur Menschen wärmen die keine Kleidung haben, sie könnten recycelt werden, könnten weiterverarbeitet werden. Die Ressourcen die dafür verwendet wurden, wären nicht Umsonst verschwendet worden. Aber verbrennen ist für einen Megakonzern anscheinend profitabler.

Die Aktion von H&M ist ein Parade-Beispiel für die Probleme in unserem System und für die konkurierenden Interessen von Wirtschaft und Umwelt. Man wird sehen wohin das führt.

 

 

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