Welchen Wert hat Leben? Volkswagen und Tierversuche

Der deutsche Konzern Volkswagen hat in letzter Zeit mit schmutzigen Geschäften Aufmerksamkeit erregt. Eine gefälschte Studie erregt nun aber erneut Aufsehen und ist am Leid von zehn  Affen verantwortlich.  

Ich habe mir die Fragen gestellt welche Gesetze und Regeln es für Tierversuche in Europa gibt und wie man dieses Tier Leid vermeiden kann?

Der Lohn vom Lügen

In den vereinigten Staaten gehörte die Marke Volkswagen zu den häufig gekauften Autos. Das könnte sich jetzt erneut ändern. Schon vor einiger Zeit wurde der Abgasskandal von VW Diesel bekannt.

In der Werbung wurde von einem Auto ohne gesundheitsschädliche Abgasmengen beworben, in der Realität löst sich dieses Versprechen in Luft aus. Falls euch das Thema interessiert kann ich die Netflix Dokumentation „Dirty Money“ empfehlen.

Volkswagen verwendet Affen für Tierversuche

Damit aber nicht genug. Nachdem der Konzern Konsumenten getäuscht hatte, mussten nun Tiere herhalten um die Weste von Volkswagen wieder rein zu waschen. Eine Studie mit Tierversuchen wurde in den vereinigten Staaten in Auftrag gegeben um die Unbedenklichkeit des Diesels nachzuweisen.

Die Tests wurden jedoch manipuliert, durch eine Software welche weniger Stickstoffoxide misst, als jene die tatsächlich auf der Straße ausgestoßen werden.

Autos halten die gesetzlichen Grenzwerte also immer noch nicht ein, das haben die zehn Langschwanzmakaken Affen am eigenen Leib erfahren, da sie Menschen genetisch sehr ähnlich sind. Am Ende haben sie überlebt.

Um die Unbedenklichkeit zu beweisen, wurden die zehn Versuchstiere in eine Kammer gesetzt und mussten vier Stunden lang die Gase von VW’s Diesel einatmen.

Interessant ist auch, dass die Studie eine Lobby Initiative war und von Volkswagen und weiteren eigens finanziert wurde. Wie viel Vertrauen kann man solchen Studien überhaupt schenken? Von Experten wurde der Versuchsaufbau als absurd und widerlich bezeichnet, mit unrealistischen Testbedingungen und ohne wissenschaftliche Erkenntnis.

Welche Versuchstiere werden verwendet?

Wofür werden die Tiere getestet?

Wäre das in Europa möglich?

In der europäischen Union werden jedes Jahr ca. 12 Millionen Tiere für uns Menschen getestet. Denn auf der Erde steht der Mensch im Mittelpunkt und oft werden Tiere dabei zum Produkt.

Seit 2013 ist zumindest der Verkauf von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten verboten, und es dürfen nur in bestimmten Fällen Tests an Tieren durchgeführt werden. Dabei haben Wissenschaftler eine ethische Verantwortung und folgen dem 3R Prinzip.

 

Tierversuche gleichen einem Spagat zwischen der Sicherheit von Menschen und dem Schutz der Tiere. Wie du am Volkswagen Beispiel sehen kannst, werden die Grenzen aber oft und vor allem in den vereinigten Staaten ausgereizt. Jeder Tierversuch ist ein Eingriff in ein Leben und Ursache für Leid.

In einigen EU- Gesetzen sind Tierversuche vorgesehen. Das sind zum Beispiel Arznei, Chemikalien oder Infektionsschutzgesetze. Auch die REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist ein Gesetz der EU, welches vorschreibt, dass bis 2018 30 000 Chemikalien auf ihre Giftigkeit erneut an Tieren getestet werden müssen.

Tierschützer sind zwar glücklich über bessere Bedingungen in Europa, doch damit sich die Situation für die Tiere verbessert muss noch einiges passieren. Denn Tierversuche sind nicht genehmigungs- sondern nur anzeigepflichtig. Laut Peta Deutschland mangelt es aber auch an regelmäßigen Kontrollen und einheitlichen Standards.

Was kann ich tun?

  • es gibt die Möglichkeit die bereits produzierten Dieselautos nachzurüsten. Das wären Prototypen welche den Ausstoß von Stickoxid reduziert. Noch gibt es diese noch nicht zu kaufen. Chemisch wäre das mit einer sogenannten Harnstofflösung leicht umsetzbar, technisch ist das etwas komplizierter. Grundsätzlich wäre allein die Genehmigung für diese Nachrüstung sehr hoch, von 1300 bis zu mehreren tausenden von Euro soll die Rede sein.
  • In Deutschland warten schon Fahrverbote mit Hilfe der blauen Pakete. Damit dürfen Autos nur mehr bestimmte Bereiche befahren. Darüber sind Autobesitzer nicht amüsiert. Sie könnten ihre schlechte Laune nutzen um Druck auf die Automobilindustrie zu machen, damit die Verursacher für die Schadstoffe Verantwortung übernehmen.

Wir als Bürger haben die Möglichkeit in Europa tierfreie und innovative Forschung zu unterstützen. Von Volkswagen können sich auch Unternehmen ein Beispiel nehmen und zwar: Wie man es nicht machen sollte!

drze, ec europa, eur-lex, die Zeit, faz, NewYorkTimes

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