Regional einkaufen und wie es die Gemeinschaft stärkt

Regional einkaufen ist ein wichtiger Teilaspekt des bewussten Konsums. Warum regional einkaufen gerade in Zeiten der Krise, aber auch sonst wichtig ist und welche weiteren Vorteile damit verbunden sind und nützliche Links, findest du hier:

EuropäerInnen schätzen regionale Produkte

Immer mehr Europäer legen Wert auf regionale Lebensmittel. Das hat eine Studie der BNP Paribas, die 2019 veröffentlicht wurde, ergeben. Demnach sind für knapp zwei Drittel der europäischen Verbraucher regionale Erzeugnisse nicht aus dem Handel wegzudenken.

Die Studie hat außerdem ergeben, dass wir größeres Vertrauen in heimische Produkte haben und diese auch mehr schätzen. Vor allem in Österreich stehen regionale Produkte hoch im Kurs. Durch die Corona Krise ist das Verlangen nach regionalen Produkten noch mehr gewachsen. Denn der damit einhergehende Ausfall globaler Produktionsketten hat uns daran erinnert, dass es nicht selbstverständlich ist, Produkte in kürzester Zeit zur Verfügung zu haben. Bei einigen führt das auch dazu, sich mehr Gedanken darüber machen, woher die Produkte kommen.

Das ist wichtig. Denn mit jedem Einkauf geben wir eine Stimme ab. Wir entscheiden uns für oder gegen etwas. So beeinflussen wir auch den Markt. Die mögliche Neudefinition unserer Konsummuster ist essentiell für die Bewältigung weiterer Krisen.

Definitionsproblem: regional

Was als regional bezeichnet werden darf und was nicht, ist nicht gesetzlich definiert. Wichtig ist selbst den Begriff Region zu hinterfragen. “Von hier” ist nicht aussagekräftig und oft nur als Werbeslogan gemeint. Je genauer die Herkunftsbezeichnung desto besser.

Regional einkaufen und das Gemeinschaftsgefühl

Was denkst Du? Erhöht oder verringert sich der Zusammenhalt und das Gefühl der Gemeinschaft in unserer Gesellschaft?

Für mich fühlt es sich so an, als würden wir trotz #socialdistancing näher zusammenwachsen. Es mag an der politischen Kommunikation liegen, aber vor allem an den zahlreichen Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren, und einen Beitrag zu leisten. Das Gemeinschaftsgefühl steigert sich aber auch durch regionales einkaufen.

Vor allem in Zeiten, in denen man andere Personen meist nur über den Bildschirm trifft, schätzt man den persönlichen Kontakt wieder mehr. Erst letzten Samstag hatte ich wieder eines dieser Erlebnisse am Bauernmarkt. Man merkt, dass ein einziger Mensch mit seiner Art deinen Tag verbessern kann. Die Frau, die mir mein Gemüse verkaufte, hat mir gleich eine Portion gute Laune mitgegeben.

Regional einkaufen: Der ethische Aspekt

Durch regionalen Konsum tragen wir etwas zur globalen Gemeinschaft bei. Denn oft wird in anderen Ländern produziert, um Geld zu sparen. Die Kosten tragen dann die ArbeitnehmerInnen vor Ort. In Form von Überforderung, Erschöpfung, mangelnder Sicherheit und Lebenszeit, die sie für einen Spottpreis verkaufen müssen.

Unterstützen wir heimische Betriebe können wir zumindest einigermaßen sicher sein, dass österreichische Sicherheitsstandards und bessere Arbeitsbedingungen gelten. Das heißt natürlich nicht, dass damit die Probleme in Niedriglohnländern gelöst sind. Aber durch regionalen und bewussten Konsum können wir ein Zeichen setzen, dass uns auch das Wohl anderer Menschen wichtig ist.

Mit regionalem Konsum die heimische Wirtschaft stärken

Wenn wir regional einkaufen stärken wir unsere heimische Wirtschaft. Darauf sollten wir immer achten, nicht nur jetzt. Jetzt achten die meisten von uns aber mehr darauf, weil wir mitbekommen, dass durch äußere Umstände Menschen um ihre Existenz fürchten müssen.

Durch bewussten Konsum in der eigenen Region fördern wir heimische Betriebe aber wir profitieren am Ende auch selbst. Wenn Arbeitsplätze gehalten oder geschaffen werden und das Steueraufkommen im Land bleibt, hilft das allen die hier leben.

Ist regionales Einkaufen gut für die Umwelt?

Regional Einkaufen alleine reicht nicht, um wirklich umweltbewusst und nachhaltig zu konsumieren. Aber es leistet einen wichtigen Beitrag. Eingespart werden lange Transportwege, unnötige Emission und große Lagerflächen.

Transportieren wir Waren mit dem Flugzeugen, werden verglichen mit Hochseeschiffen, pro Tonnenkilometer 200-mal mehr Treibhausgase ausgestoßen (BMLFUW 2012). Das heißt aber nicht, dass der Transport mit Container Schiffen umweltfreundlich ist. Ganz im Gegenteil. Sie stoßen zwar weniger CO2 aus, doch andere Luftschadstoffe wie Schwefeloxide, Feinstaub, Stickoxide und Ruß, wirken sich besonders negativ auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt aus.

Wann, Wo und Wie?

Eine große Rolle spielen Saison und Qualität, in der Lebensmittel produziert werden. Die Klimabilanz eines Produktes fällt zum Beispiel dann besonders schlecht aus, wenn die Lebensmittel aus beheizten und energieintensiven Glashäusern kommen. Also gerade nicht Saison haben. Und konventionelle Landwirtschaft im Vergleich zur biologischen trägt durch den Einsatz von Dünger und Pestiziden zum Artensterben bei. Auch Tierschutzstandards sollten beim Konsum eine Rolle spielen.

Damit regionale Ware ihr volles ökologisches Potential entfalten kann, ist eine ganzheitliche Betrachtung notwendig: Das Zusammenspiel von Saisonalität, Bio-Landbau, fairem Handel und eine umweltschonende Verarbeitung sind dabei maßgeblich.

Wie regionales Einkaufen unsere Kreativität fördern kann?

Wer versucht das ganze Jahr regional und saisonal einzukaufen kennt vielleicht den geschmacklichen Engpass am Ende des Winters. Bei mir ist das so mit Pastinaken. Anfang des Winters esse ich sie noch gerne, aber am Ende muss ich mir schon sehr viel Mühe geben. Das fördert die Kreativität. Denn man ist auf der Suche nach unterschiedlichen Geschmackserlebnissen mit den gleichen Basis Zutaten.

Gewürze und alles was die pflanzliche Ernährung hergibt wird dann ausprobiert. So setzt man sich mehr mit der eignen Ernährung auseinander und lernt Lebensmittel wieder mehr zu schätzen.

Eine starke Gemeinschaft braucht es für alle Krisen

Wir schätzen regionale Produkte und das ist gut so. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Globalisierung nur schlechtes gebracht hat. Ganz im Gegenteil. Denn wären die Länder nicht so gut vernetzt, hätte das Maskenproblem weit größere Ausmaße angenommen.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass es auch wichtig ist den heimischen Handel zu stärken. Vor allem in Krisen. Jetzt müssen wir zusammenhalten. Das stärkt unsere Gemeinschaft und wappnet uns für die Krisen, denen momentan weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird.


Wo kauft man regional ein?

Am besten funktioniert das regionale Einkaufen beim nächsten Bauernmarkt oder Hofladen. Natürlich kann man auch im Supermarkt auf regionale Herkunft achten, das gestaltet sich aber schwieriger. Denn der Vorteil bei Märkten ist, dass man einfach direkt fragen kann. Aber auch online gibt es ein großes Angebot. Vor allem für Menschen, die nicht aus dem Haus gehen sollten, soll die folgende Liste eine kleine Unterstützung sein:

Markta: Der digitale Bauernmarkt

Gutes vom Bauernhof

Frisch zu mir

Der Ölgreissler

Bewuss kaufen

Adamah Biohof

Auch Foodcops (Lebensmittelkooperativen) sind eine Möglichkeit den regionalen Handel zu unterstützen. Zusammenschlüsse von Personen die selbstorganisiert biologische Produkte von nahegelegenen Bauern beziehen.

Auch die WKO hat ein mit „Regional Einkaufen“ eine Plattform geschaffen, um Betriebe aus Österreich zu suchen und zu finden.


Quellen:

https://www.klimabuendnis.at/images/doku/7_kbu_lf_landwirtschaft.pdf

BMLFUW – Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Was-serwirtschaft (2012b): Klimawandel – „vom Acker bis zum Teller“, Wien 2012.

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/index.html

https://studien.consorsfinanz.de/Service-Center/Presse-Center/Pressemitteilungen_Dateien/190924_PM3_KB2019_Raus_aus_Nische.pdf

https://studien.consorsfinanz.de/Service-Center/Presse-Center/Pressemitteilungen_Dateien/190820_PM2_KB2019_Preis.pdf

https://www.global2000.at/regional-einkaufen

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