Zero Waste – weniger ist mehr

Elena hat mir erzählt was sie persönlich macht, um weniger Müll zu verursachen. Seit September 2016 hat sie versucht ihr Leben mit Zero waste zu genießen. Angefangen bei Lebensmitteln bis hin zum problematischen Plastik. Sie hatte mal mehr und dann wieder weniger Schwierigkeiten damit, ihren Müll auf ein Minimum zu reduzieren.

Um zu verstehen warum sie überhaupt damit angefangen hat, gibt es zuerst ein paar Fakten:

Elena hat Umwelt und Bioressourcenmanagement in Wien studiert. Sie hilft wo sie kann, wenn es darum geht den Planeten zu einem schöneren Ort zu machen. Außerdem arbeitet sie sehr engagiert beim sic- students‘ innovation centre, einer studentischen Ideenschmiede für ökosoziale Projekt- und Geschäftsideen mit. Sobald sie sich bewegt spürt man, dass sie auch noch eine leidenschaftliche Tänzerin ist.

Wie hast du die Herausforderung Zero Waste begonnen?

Durch mein Studium und mein Umfeld hatte ich schon ein paar Informationen, aber vor allem Vorbilder wie die Zero Waste Pionierin Bea Johnson haben mich dazu inspiriert etwas zu ändern.

Der erste Schritt war also mich gut zu informieren. Dabei waren Blogs und Youtube Channels wie der von Daria Daria eine große Hilfe. Man beginnt seinen eigenen Müllverbrauch zu realisieren und zu analysieren. Währenddessen bemerkt man was man eigentlich nicht braucht.

CC: Elena Beringer

Was waren deine Motive Zero Waste auszuprobieren?

Immer wenn ich in Supermärkte gegangen bin, und gesehen habe wie Gemüse und Obst doppelt und dreifach verpackt wird, weil Bio von Konventionell getrennt werden muss, war ich frustriert. Vieles wie Plastikflaschen und Sackerl verwenden wir nur einmal. Man sieht wie sich Müllberge häufen und,  wir durch unseren Konsum maßgeblich zur Plastikproblematik beitragen. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst dabei nicht mehr mitzumachen, und diese Videos haben mir sehr dabei geholfen.

CC: Elena Beringer

Womit hattest du Schwierigkeiten und wie hast du diese gelöst?

Für mich war es ehrlich gesagt das Essen. Denn ich koche eher selten und war es nicht gewohnt wirklich etwas vorzubereiten. Mir fehlten oft schnelle Möglichkeiten, da ich viel unterwegs bin. Das zu ändern und aktiv in den Tag einzubauen ist eine große Umstellung (zumindest für mich). Vor allem an stressigen Tagen, wenn alles zusammenkommt ist es schwierig. Dann zu planen, und sich auch daran zu halten, während man nicht schwach wird, war meine Herausforderung. Anderen fällt das aber vielleicht leichter.

CC: Elena Beringer

Wo kaufst du ein?

Mein Essen kaufe ich größtenteils bei unverpackt Läden wie Lunzers Maß Greißlerei oder Wenigers Warenhandel in Wien. Bei Zero waste Austria findet man eine umfangreiche Empfehlung mit unverpackt Läden.

Wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer meine Stofftaschen mit, die ich teilweise aus alten Stoffresten genäht habe, und Einmach- oder z.B. alte Gurkengläser für Lebensmittel wie Haferflocken, Öl oder Kaffee. All diese Einkaufshilfen kann man waschen und wirklich oft verwenden, das lohnt sich dann auch. In Zukunft möchte ich auch noch mehr bei Bauernmärkten einkaufen, das spart nicht nur Verpackung, sondern unterstützt auch noch die lokalen Bauern.

Was Kleidung betrifft bin ich mittlerweile sehr wählerisch und weiß genau was ich will. Deswegen nähe ich auch gern alte Sachen um. Auch Kleidertauschparties erleichtern mir das Leben diesbezüglich oft, außerdem machen sie echt Spaß.

Für alles andere habe ich begonnen mir Tracker z.B. auf Willhaben einzustellen, die mich dann per Mail darauf aufmerksam machen, wenn etwas angeboten wird das ich brauche.

CC: Elena Beringer

Was ist dein Lieblings Zero Waste Rezept?

Meine selbstgemachte Zahnpasta und das Mundwasser. Das funktioniert echt gut, schnell und man braucht wirklich nicht viel dafür.

Mundwasser:

1 Glas Wasser

1 Teelöffel Natron

Ein bisschen Minzöl

Die Mischung schüttelt man dann einfach gut und schon ist die Zero Waste Alternative fertig.

Zahnpaste

2 Esslöffel Kokosöl

1 Esslöffel Natron

1 Schuß Minzöl

Umrühren und fertig!

Kastanien für die Wäsche

  1. Jahresvorrat Kastanien sammeln
  2. Mit einem großen Messer klein schneiden und danach schreddern
  3. Eineinhalb Tage auf einem Geschirrtuch trocknen
  4. Dann in einem kleinen Säckchen zur Wäsche und fertig.
CC: Elena Beringer

Was ich auch gerne mache:

Essig mit ätherischem Öl statt Weichspüler – das fühlt sich sehr frisch an und riecht ziemlich gut.

Ich packe meine Tasche und nehme mit:

  • ein Glas
  • Meinen Edelstahlstrohhalm
  • Besteck
  • Ein kleines Handtuch
  • Stofftaschentuch
  • Wasserflasche (Edelstahl, hält warm und kalt)
  • einen Kaffeebecher
  • Stofftasche
  • Meine Edelstahl Box

Bei Zero Waste Home gibt es eigentlich schon eine ganz gute Empfehlung was man alles braucht um zu starten.

Sonst versuche ich ganz im Sinne von Zero Waste vieles wieder zu verwenden und umzufunktionieren. Wie zum Beispiel meine Einkaufstaschen und Taschentücher aus alten T-Shirts sowie Leintüchern, und Vorratsgläser die ich aufgehoben habe.

All das spart schon viel Energie, da es nicht transportiert werden musste und auch kein Geschäft dafür nötig ist.

CC: Elena Beringer

Welche Wirkung hat dieser Lebensstil auf die Gesellschaft und die Umwelt?

Auf jeden Fall wird einem bewusst wie viel Müll man verursacht und wie einfach es sein kann, das zu ändern. Denn mit ein bisschen Übung wird es immer mehr zur Normalität und man hat nicht wirklich das Gefühl großartig zu verzichten. Außerdem muss man sich auch um andere Auswirkungen weniger Sorgen machen.

Wie zum Beispiel: dass man viel weniger schädliche Stoffe und vorverarbeitete Produkte zu sich nimmt, wenn man auf Zero Waste umstellt. Fleisch und Käse gibt es unverpackt auch meist nur in guter Qualität. Da es teurer ist, isst man dann auch nicht so oft Fleisch. In unverpackt Läden gibt es fast nichts aus Palmfett. Diese Veränderung im Konsumverhalten wirkt sich schon mal positiv auf die Umwelt aus.

Ich persönlich habe viel gelernt, weil man sich einfach mit dem Thema auseinandersetzt und viel recherchiert oder Tipps bekommt. Außerdem mag ich es kreativ zu sein und alten Dingen eine neue Funktion zu verleihen wie zum Beispiel den alten Töpfen, welche ich jetzt als Blumentopf verwende.

Auf die Gesellschaft hat es im Moment wahrscheinlich noch keinen großen Effekt. Denn es achten einfach zu wenig Menschen darauf, aber es geht immer mehr in diese Richtung.

CC: Elena Beringer

Wie machst du jetzt mit Zero Waste weiter bzw. was ist dein Ziel?

Auswärts essen ist immer noch ein Problem für mich und es ist nicht immer möglich alles umzusetzen. Denn manchmal stößt man an persönliche Grenzen und gibt sich der Gewohnheit hin.

Was ich wirklich zu schätzen gelernt habe ist die Freude über viele kleine Erfolge.

In Zukunft möchte ich all das Gelernte verstärkt umsetzen und dabei konsequenter sein. Ich starte mein neues Zero Waste Jahr mit viel Motivation und einem Fokus auf Ernährung.

Mittlerweile ist aber klar, dass es kein Enddatum mehr gibt. Denn seitdem sie zero waste lebt, kann und will sie nicht mehr zurück. So ist Zero Waste für Elena keine Herausforderung mehr, sondern zur Normalität geworden.

Mit ihrer Entscheidung hat sich nicht nur für sich selbst vieles verändern können, sondern sie inspirierte damit auch einen Großteil ihres Umfelds. Mehr Tipps und Tricks findet man auf ihrem Instagram Account.

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