Die EU sagt wieder ja – 5 weitere Jahre Glyphosat

Obwohl zahlreiche Menschen dagegen aufgestanden sind, wird das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für die nächsten fünf Jahre in Europa erlaubt bleiben.

Viele Menschen können kaum glauben wie diese Lizenz ihre Berechtigung finden konnte, ein Grund mehr Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft zu kaufen.

Wer die Verhandlungen rund um die Zulassung von Glyphosat mitverfolgt hat, wird wahrscheinlich den Kopf schütteln. Plagiatsvorwürfe, gefälschte Studien, politischer Alleingang von Schmidt und Lobbyismus.

Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt sind nachgewiesen, auch ein Gesundheitsrisiko besteht, viele Bürger stehen gegen die Zulassung von Glyphosat auf. Doch trotzdem darf das Pflanzengift nach jahrelangem hin und her für weitere 5 Jahre verwendet werden. Da kommen mir einige Fragen auf.

Was ist Glyphosat?

1970 brachte der Großkonzern Monsanto ein Totalherbizid namens roundup auf den Markt. Es dient um Unkraut in der Landwirtschaft zu vernichten und soll somit den Ertrag steigern. Alle Pflanzen die mit dem Umweltgift in Berührung kommen sterben ab, weil lebenswichtige Stoffwechselprozesse unterbrochen werden. Außer, jene die gentechnisch verändert wurden und eine Herbizid Resistenz gegenüber Glyphosat besitzen. Somit hat es ein Konzern geschafft eine gewisse weltweite Abhängigkeit zu schaffen.

Glyphosat und die Umwelt

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat große Auswirkungen auf die Umwelt. Viele Pflanzen sterben durch das Unkrautvernichtungsmittel. Dadurch geht die sowieso schon schrumpfende Artenvielfalt von Pflanzen zurück und diese Entwicklung wirkt sich weitgehend auf Ökosysteme aus. Auch die Bodenfruchtbarkeit nimmt durch das Pflanzengift ab.

Glyphosat und die Tierwelt

Aufgrund der Tatsache, dass viele Pflanzenarten durch die Anwendung von Glyphosat zurückgehen, wird auch die Tierwelt auf die Probe gestellt. Denn z.B. Bienen sind auf einen Reichtum an Pflanzen angewiesen, und sie bestäuben diese dafür.

Haben wir keine Bienen mehr, kommen Probleme wie Nahrungsmittelverluste auf uns zu und natürlich die Bedrohung eines Lebewesens. Auch Vögel und andere Insekten werden mit der Wiederzulassung von Glyphosat zu kämpfen haben. Es stehen schon jetzt 30 % der Vogelarten auf der roten Liste. Wo sollen Tiere leben wenn ihr Wohnraum zerstört wird, wie sollen sie sich ernähren, wenn es nichts Nahrhaftes mehr gibt?

Glyphosat und die Demokratie

Wenn bis zu 1,3 Millionen Menschen ihre Stimme gegen Monsanto erheben, protestieren und auf die Straße gehen, warum wird das ignoriert und trotzdem durchgesetzt? Was hat das mit Demokratie zu tun, einem Wert der in der europäischen Gesellschaft so gepriesen wird und oft untergeht? Wo bleibt eigentlich die kritische Distanz der Politiker gegenüber Megakonzernen wie Monsanto und Bayer? Klar einige Länder wie Österreich haben gegen Glyphosat gestimmt, doch das schützt mich als Österreicherin nur bedingt.

Wie profitieren manche Menschen in besseren Positionen durch Beschlüsse wie dem von weiteren 5 Jahren Glyphosat auf unserer Speisekarte? Stehen Schadensersatzklagen von Monsanto hinter dieser Zulassung?

Eigenartig ist auch, dass Bayer, ein deutscher Konzern vor einiger Zeit den Konzern Monsanto übernommen hat und, dass die ausschlaggebende Zustimmung von diesem Pflanzengift aus Deutschland kommt.

Warum ist eigentlich nur Glyphosat im Verdacht obwohl es ein dickes Buch gibt indem ähnliche Substanzen mit genauso großem Schaden auf die Umwelt aufgelistet sind, doch nie zur Sprache kommen?

So viele Fragen, doch wer beantwortet sie mir?

Brauchen wir Glyphosat?

Immer wieder hört man Argumente wie: „Ja wir brauchen mehr Ertrag, und diesen erreichen wir mit Glyphosat. Denn sonst werden wir irgendwann nicht mehr den Nahrungsbedarf decken können.“

Wenn ich so etwas höre fühle ich mich wirklich verarscht. Klar, wenn wir unsere Umwelt zerstören wird irgendwann nichts mehr auf den Böden dieser Erde wachsen. Wenn wir einen Großteil der fruchtbaren Flächen für tierisches Kraftfutter verwenden,  das für überzüchtete Tiere bereitgestellt wird – bleibt weniger Nahrung für den Menschen.

Und das schlimmste ist, das schon jetzt so viele Menschen an Hunger leiden, weil auf dieser Welt enorme Verteilungsungerechtigkeit herrscht. Natürlich kann man weiterhin die Augen und Ohren schließen, doch das wird kein Problem dieses Planeten lösen. Vor allem solange wir ihn weiterhin vergiften.  Landwirte betonen, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten wie zum Beispiel Pflügen gibt, die das Totspritzen von Pflanzen ersetzen können.

Was kann ich jetzt tun?

Verhungern, streiken, Gift essen oder Bio kaufen? Letztere Methode ist wohl nicht nur die friedlichste, sondern auch die effektivste, wenn es darum geht den Planeten zu schützen. Denn Pestizide und weitere Schadstoffe sind im Bio-Anbau nicht erlaubt.

Für Leute die sich für den Umweltschutz einsetzen sind Entscheidungen wie diese ein Rückschlag. Es ist so als ob man versuchen würde an die Wasseroberfläche zu tauchen und irgendetwas drückt einen ständig wieder weiter nach unten. Vielen Menschen geht dann die Puste aus und sie geben sich dem hin was vorgeschrieben wird, während die Probleme wachsen und Arten aussterben.

Mit Glyphosat lösen wir meiner Meinung nach kein einziges Problem unserer Umwelt. Wir forcieren die industrielle Landwirtschaft und das Sterben von Ökosystemen. Wenige Menschen treffen eine Entscheidung wie diese. Doch alle müssen mit den Folgen leben.

Quellen:

Bund, ec Europa, Spiegel, global 2000, Umweltinstitut

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