Flugreisen und ein schlechtes Gewissen?

Das Flugzeug: eine Möglichkeit die größten Distanzen in kürzester Zeit zu überwinden, Orte zu sehen die man nie erahnt hätte und Begegnungen zu erfahren die dein Leben so wie du es kennst verändern können.

Doch woran ich auch jedes Mal denke, wenn ich in ein Flugzeug steige, sind Luftverschmutzung, Treibhausgase und der Fluglärm der zum Störfaktor für Mensch und Tier wurde. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und nehme mir vor es nächstes Mal besser zu machen. Doch wie soll ich das denn schaffen?

Gründe für mein schlechtes Gewissen:

Kerosin und Umweltverschmutzung

Kerosin ist ein Brennstoff der für den Betrieb von Flugzeugen verwendet wird. Bei der Verbrennung können schädliche Substanzen wie Aerosole, Sickoxide und Wasserdampf freigesetzt werden. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Erde zunehmend erwärmt und Klimakatastrophen schon wie Weihnachten jährlicher Fixtermin sind.

Bau und Betrieb

Wenn ein neuer Flughafen gebaut wird steigen Umweltschützer meist auf die Barrikaden. Warum? Ganz einfach, weil Flughäfen abgesehen vom täglichen Betrieb auch noch viel Strom und andere Ressourcen verbrauchen. Hinzukommt, dass für Flughäfen sehr viel Platz benötigt wird. Auch wenn wir ihn nicht haben, schaffen wir einfach Raum indem wir Wälder roden, Land bebauen und Tiere vertreiben.

Der Klimaschaden

Vor allem wenn Treibhausgase und schädliche Substanzen wie Kohlendioxid, Stickoxid, Ruß- und Schwefelpartikel sowie Wasserdampf in Flughöhen freigesetzt werden, verläuft der Abbau dieser besonders langsam und sie verweilen somit länger in unserer Atmosphäre und tragen verstärkt zum Treibhauseffekt bei.

Unser CO-2 Budget

Oft denken wir, wenn wir uns etwas gönnen, daran wie viel es kostet und ob es unser Budget schrumpfen lässt. Kann ich mir das leisten? Doch beim Fliegen geht es nicht nur um Geld. Es geht grundsätzlich auch darum wie viel CO2-Ausstoß wir mit unserem Lebensstil verursachen und welchen Effekt dieser hat.

Da wir uns die Erde als Zuhause mit allen anderen Lebewesen und deren Nachkommen teilen, müssen wir sie auch möglichst sauber und funktionsfähig halten. Dafür haben wir uns als Ziel gesetzt, dass sich die globale Erwärmung in Grenzen hält. Also unter 2 Grad.

2.300 kg CO2 pro Jahr hat jeder Mensch in seinem CO2 Budget zur Verfügung. Doch mit einer einzigen Flugreise ist dieses, je nachdem wohin, ausgeschöpft. Auch alltägliche Aktivitäten wie Auto fahren und alles andere wodurch CO2 ausgestoßen wird, wird aus diesem Topf „bezahlt“. Die meisten Menschen mit einem westlichen Lebensstil leben also, wie man sich vorstellen kann, weit über ihre Kosten. Auch ich, deshalb habe ich auch ein schlechtes Gewissen.

Was kann ich besser machen?

Carsharing, Bus oder Bahn

Manche Strecken lassen sich wirklich mit dem Bus, der Bahn oder dem Auto bewältigen. Klar es ist bequemer, meist schneller und oft auch günstiger mit dem Flugzeug zu fliegen. Daran sollte man arbeiten und das Angebot für alternative Reisemittel ausbauen. Denn dann würden vielleicht mehr Menschen in einen Bus oder die Bahn steigen. Bus fahren lohnt sich nämlich so richtig als Alternative zum Flugzeug, zumindest bei kürzeren Strecken. Je nachdem wie gut man sich auf so eine Reise vorbereitet kann das sogar echt Spaß machen.

Muss das wirklich sein?

Auch so manche Dienstreisen kann man sich schenken. Denn mit modernen Technologien sparen wir uns nicht nur die Belastung für die Umwelt, sondern auch Geld und Zeit. Für mich hört sich das um Einiges effizienter an.

Ein Reiseziel das nicht am Ende der Welt liegt, kann schön sein. Viele schöne Orte finden wir meist schon in unserem Heimatland. Vielleicht kann der Familienurlaub dieses Jahr auch ohne Flugzeug stattfinden? Hier findet man Reiseangebote ohne Flugzeug.

Kompensieren

Manchmal wollen oder können wir aber einfach nicht auf den Flugverkehr verzichten. Dann ist das Kompensieren eine Möglichkeit. Seiten wie Co2mpensio und atmosfair ermöglichen deinen CO2 Ausstoß auszugleichen und in Umweltprojekte wie Wiederbewaldungsmaßnahmen zu investieren. Es ist aber nicht die Lösung. Denn die Lösung ist weniger zu Fliegen, oder umweltfreundlichere Technologien.

Doch wenn es das Flugzeug sein soll, dann werden 23 Euro pro Tonne Kohlendioxid berechnet, die du spenden kannst. Dadurch werden die externen Kosten, die wir alle früher oder später durch die Umweltauswirkungen tragen müssen, zumindest ein bisschen beglichen.

Auslastung

Auch wie gut ein Transportmittel ausgelastet ist spielt eine Rolle. Denn wenn du die einzige Person in einem Zug bist, dann ist es nicht unbedingt umweltfreundlicher mit der Bahn zu reisen. Neben dem Reisebus ist der Zug jedoch im Allgemeinen immer noch die umweltverträglichste Reisemöglichkeit pro Platzkilometer.

Nahverkehr Bus und Bahn am besten für die Umwelt in Bezug auf Stromverbrauch und CO2 Ausstoß. „Pro Sitzplatz und Kilometer stoßen Bahn und Bus rund 20 Gramm CO2 aus, das Auto 50 Gramm, das Inlandsflugzeug 100 Gramm,“ erklärte Ulrich Höpfner, Leiter des Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu). Das bedeutet also egal ob Bus, Bahn, Auto oder Flugzeug – sie sind nur dann wirklich umweltfreundlich wenn sie ausgelastet sind.

Es ist nicht immer einfach nicht zu fliegen. Vor allem wenn du nicht alleine bist oder im Zeitstress. Viele Menschen denken, es sei übertrieben sich Gedanken darüber zu machen, ob es nicht vielleicht eine Alternative zum Flugzeug gibt. Aber nein, das ist es nicht. Denn Hurricanes, Artensterben, Fluten, Dürren, Tsunamis und der Klimawandel an sich lohnen sich zu vermeiden.

3 Antworten auf „Flugreisen und ein schlechtes Gewissen?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.