Neonicotinoide und das Überleben der Bienen

Letzte Woche wurde in der Europäischen Union beschlossen, dass Neonicotinoide verboten werden sollen.  Doch was sind Neonicotinoide überhaupt, warum soll es diese nicht mehr geben und was muss man bei diesem Gesetz beachten? All das erfährst du in den folgenden Zeilen.

Keine Neonicotinoide auf Europas Feldern, das wurde am 27. April 2018 in Brüssel beschlossen. Nach langem hin und her wurde dieses Gesetz endlich beschlossen und drei Neonicotinoide verboten. Frankreich möchte sogar noch striktere Gesetze einführen, doch die Gefahr besteht, dass sich einige Länder nicht an das Gesetz halten werden.

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In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem mysteriösen Bienensterben, das Sorgen um die Nahrungssicherheit verbreitet. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika schrumpfen die Bestände an Bienen. Das Bienensterben wird auf folgende Faktoren zurückgeführt: die Varroamilbe, Pestizide, der Verlust von Nistplätzen und Monokulturen.

Was sind Neonicotinoide?

In einigen Studien wurde bewiesen, dass Neonicotinoide einen großen Beitrag zum Bienensterben leisten. Es handelt sich dabei um Pestizide, die auf Pflanzen gesprüht werden, um Unkraut zu vermeiden und schnelleres Wachstum zu ermöglichen.

Die Pflanze nimmt die chemischen Bestandteile in ihr Inneres und somit auch in die Pollen der Blüte auf. Auf Bienen hat dieses Gift eine lebensgefährliche Wirkung. Denn es führt zu einem Versagen des Nervensystems, Gedächtnisverlust und Orientierungslosigkeit, Fähigkeiten die in der Natur große Bedeutung haben.

Warum sind Bienen so wichtig

Nicht nur weil Honig lecker schmeckt. Schreitet das Bienensterben in diesem Tempo voran, so könnten laut dieser Studie die weltweiten Ernteerträge um 23 % zurückgehen und Grund für 1, 4 Millionen zusätzlichen Todesfällen pro Jahr führen.

Bienen haben Recht auf Leben

Unabhängig davon ob ein Lebewesen nützlich für die Menschheit ist oder nicht, hat es das Recht auf Leben, oder? Wenn nicht, wie unterscheiden wir dann welche Arten überleben dürfen? Nach Nützlichkeit? Was aber, wenn wir noch nicht alles wissen und mit unserer Präsenz, und den damit einhergehenden Prozessen wichtige Arten eliminieren?

Bienen für die Biodiversität

Artenreichtum sieht nicht nur schön aus, nämlich dann wenn es viele unterschiedliche Tiere und Pflanzen in Farben und Formen gibt, sondern ist auch für das Wohl des Planeten unverzichtbar.

Denn das natürliche System besteht nicht nur aus einzelnen Teilen, sondern das Zusammenspiel aller Einflüsse trägt zum Funktionieren bei. So hat jedes Lebewesen seine Aufgabe und Bienen im Speziellen übernehmen elementare Rollen bei der Pflanzenbefruchtung.

Bienen als Bestäuber

Wenn Bienen auf Nahrungssuche fliegen, dann nehmen sie bei jedem Ausflug Blütenstaub der Pflanze auf, der sich in den kleinen feinen Härchen festsetzt. Bis die Biene eine neue Pflanze besucht und mit diesem die neue Blüte bestäubt. Dadurch ist Nahrung überhaupt erst möglich, und die Grundlage für die menschliche Existenz.

Die Rolle der Konzerne

Ist in dieser Diskussion ebenfalls eine große. Denn nicht viele Konzerne produzieren Mittel wie Pestizide oder Insektizide. Vor ein paar Jahren war der Marktführer das Unternehmen Monsanto. Nachdem es an den deutschen Konzern Bayer verkauft wurde, hat dieser den die Rolle des Marktführers eingenommen.

Mit der Tatsache, dass wir unsere Nahrungssicherheit nicht nur von bestimmten chemischen Produkten, sondern auch Konzernen abhängig machen ist eine riskante Sache.

Für Bayer fällt durch das Verbot natürlich viel Profit weg, und das versucht die Firma natürlich zu verhindern und argumentierten gegen den Beschluss mit eigenen Studien.

Biologische Landwirtschaft ist eine Lösung

Das Thema industrielle Landwirtschaft weckt uns immer wieder auf und bringt viele von uns auf den Boden der Realität. Fast 5 Millionen Menschen haben gegen den Einsatz von  Pflanzengiften wie Neonicotinoiden unterschrieben.

Das freut Umweltschützer. Doch sie geben uns auch den Rat, alte Gifte nicht durch neue zu ersetzen. Nachhaltige Gesundheit für Pflanzen, Tiere und Menschen kann deshalb mit biologischer Landwirtschaft erreicht werden. Dabei sind chemische Sprühmittel verboten, Monokulturen kommen seltener zum Einsatz und vor allem vergessen Bienen dadurch nicht wo sie Zuhause sind.

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